Rückenschmerz
Schmerz ist eine subjektive Wahrnehmung, die nicht alleine von den neuronalen Signalen aus den Schmerznervenfasern an das Gehirn bestimmt wird. Vielmehr sorgen Filterprozesse unseres Zentralnervensystems dafür, dass eine körperliche Schädigung nicht zwangsläufig zu Schmerz führt.
Das harmonische Zusammenspiel der einzelnen Körperteile untereinander ermöglicht dem Menschen seine Bewegungs- und Aktivitätsfreiheit im täglichen Leben. Die Wirbelsäule ist dabei die zentrale Achse unseres Körpers.
Der Begriff macht uns glauben, dass es sich um etwas starres, stabiles handelt - eben um eine Säule. Doch das ist so nicht richtig. Unterstützt und stabilisiert wird sie durch die Rückenmuskulatur sowie die Sehnen und Bänder unseres Halteapparates.
Nur im ausgewogenen Zusammenspiel dieser Strukturen kann auch die Wirbelsäule ihre zwei völlig unterschiedlichen mechanischen Funktionen erfüllen. Die muss einerseits unsere aufrechte Körperhaltung gewährleisten, andererseits biegsam genug sein, um stabile Freiheitsgrade wie Drehen, Beugen oder Heben zu ermöglichen. Diese gegensätzlichen Anforderungen hat die Natur auf geniale Weise durch ein feinmechanisches Wunderwerk aus Knochen, Bändern, Sehnen, Nerven und Muskeln gelöst.
Schmerz ist demnach das, was der Patient als solchen empfindet. Zur Vorbeugung kann und sollte unser Halte- und Stützapparat durch regelmässige Bewegung und Sport trainiert und unterstützt werden.
Schmerz sollte so effektiv wie möglich behandelt werden -Schmerzlinderung, im Idealfall Schmerzfreiheit.
Die Behandlung muss sich häufig auf mehrere Ansätze stützen. Mit verschiedenen Medikamenten, auch Spritzen oder Neuraltherapie, und unterstützenden Massnahmen wie physikalischen Anwendungen oder Bewegungsübungen kann vielfach eine gute Beschwerdelinderung erzielt werden. Bei Bandscheiben- oder Wirbelkörperschädigungen kommen unter Umständen auch Operationen in Betracht.